6. Bibliolog

Die Sitzung kann auch mit einem 20-30minütigen Bibliolog eröffnet werden. Die Teilnehmenden brauchen dafür keine Vorkenntnisse; die anleitende Person muss Bibliolog·in sein. Die Methode eignet sich zum meditierenden Hineinfinden in die Sitzung und zur lebendigen Auseinandersetzung mit dem Bibeltext. Sie passt besonders gut, wenn es für Gruppen oder Arbeitsprozesse als bereichernd erlebt wird, verschiedene Sichtweisen und Rollen in einem Geschehen wahrzunehmen.

Es ist grundsätzlich möglich, einen Bibliolog auch innerhalb einer Videokonferenz zu halten. Wichtig ist hier bei der digitalen Darstellung auf dem Bildschirm, dass der Bibliologe/die Bibliologin sehen muss, wenn sich jemand meldet. Auch muss sich ein Weg finden, wie eine Person „dran“ ist, da ja die Bibliologin/der Bibliologe nicht zu ihr hintreten kann. Eine Möglichkeit ist es, die Person in der Rolle mit Namen anzusprechen: „Petrus-Clara“ oder „Petrus-Johannes“. Die verschiedenen Plattformen bieten dazu aber auch unterschiedliche Möglichkeiten: oft kann für alle sichtbar auf dem Bildschirm ein Symbol bei einem der Teilnehmenden platziert werden. Gebet der liebenden Aufmerksamkeit

Dieses Gebet kann gut am Ende einer Sitzung stehen und kann dann eine positive Wirkung für die Reflexion und das Weiterarbeiten beim nächsten Mal entfalten. Es folgt dem klassischen Fünfschritt:

1. Gott Dank sagen
2. Um Licht und Beistand bitten, die Stunden der gemeinsamen Arbeit wohlwollend und realistisch zu reflektieren
3. Die Zeit der Sitzung Schritt für Schritt nochmal durchgehen, dabei sowohl den äußeren Ablauf als auch die affektive Ebene - eigene Stimmungen, emotionale Lage und Veränderung der Gruppe – in den Blick nehmen.

4.

Dabei auf die Dynamik hinspüren: Wo ging etwas eher in Richtung eines Mehr an Lebendigkeit, Freiheit und Mündigkeit, eines Mehr an Glaube, Hoffnung und Liebe – und wo waren eher Tendenzen in die entgegengesetzte Richtung zu spüren? Daraus Konsequenzen andenken.
5. Um Klärung /Lösung verzwickter oder verfahrener Situationen und bzw. oder Heilung/ Verzeihung für eigenes Fehlverhalten bitten
6. Für die Weiterarbeit Vorsätze fassen und um Gottes Hilfe bitten.

Am Ende steht ein gemeinsames Vaterunser. Das Gebet sollte eingeleitet werden.

Wenn diese Form für die Teilnehmenden neu ist, sollten sie dabei von der anleitenden Person gut geführt werden, auch in der längeren Phase, in der die gemeinsame Arbeitszeit durchgegangen wird. Ist die Gruppe dagegen mit dieser Form bereits vertraut, genügt es, die fünf Punkte nacheinander einzuleiten.

Eine weitere Sitzung der gleichen Gruppe kann dann mit einem Anhörkreis beginnen, der vor allem auf die Schritte 3, 4 und 6 Bezug nimmt.

Das Verfahren eignet sich sowohl für Telefon- als auch für Videokonferenzen. Allerdings sollte in beiden Fällen die Anleitung nicht länger als 5 bis 10 Minuten dauern.